Teebaumöl gegen Nagelpilz

Teebaumöl gegen Nagelpilz Hilft das Allheilmittel auch gegen Nagelmykosen?

Teebaumöl gegen Nagelpilz? Warum sollte das allwirksame Naturprodukt nicht gegen Pilze helfen? Seine desinfizierende und keimabtötende (antiseptische) Wirkung ist seit langem bekannt. Viele Betroffene, die unter einem unansehnlichen Nagelpilz leiden, greifen gern zu Hausmitteln und Pflanzenmedizin. Doch bringt das Öl vom australischen Teebaum tatsächlich den gewünschten Heilerfolg?

Pro:

Es gibt fast nichts, gegen das das Öl des Melaleuca alternifolia (Teebaum) nicht helfen soll: Warzen, Pickel, Herpes sowie diverse Infektionen. Ob auf Haut oder Schleimhaut: Überall entfaltet es seine antibakterielle Wirkung. Die verdankt das ätherische Öl des australischen Teebaums verschiedenen Terpenen (oder Terpenalkoholen), die pharmakologisch wirksam sind. Dabei bezieht sich die wachstumshemmende Wirkung vor allem auf die Abwehr und Vorbeugung gegen Insekten und Parasiten.1

Contra:

Eine kurative Anti-Pilz-Wirkung von Melaleuca-Öl ist durch keine Studie belegt. Inzwischen ist der Teebaum-Hype in Deutschland etwas abgeklungen, es gibt Platz für kritische Bewertungen. So warnen etwa Dermatologen und die Experten des BfR (Bund für Risikobewertung) vor den hautreizenden und allergenen Bestandteilen im Teebaumöl.2 Die schädlichen Substanzen entstehen vor allem während des Oxidationsprozesses, der für ein reines Naturprodukt wie das Teebaumöl typisch ist.

Wirksam dank antiseptischer Terpene?

Es sind die sogenannten Terpene und hier insbesondere die Terpineole, die die pharmakologische Wirksamkeit von Teebaumöl ausmachen. Sie wirken antiseptisch und entzündungshemmend. Terpineole sind aber auch zahlreich in den ätherischen Ölen vieler anderer Pflanzen vorhanden, etwa in Lorbeer, Rosmarin, Salbei, Eukalyptus oder Kurkuma, um nur einige zu nennen.

Zur Bekämpfung einer akuten Nagelmykose, die manchmal selbst der Medikation durch Tabletten widersteht, sind die keimabtötenden Wirkstoffe des Teebaumöls nicht ausreichend. Ein Nagelpilz sollte mit einem antimykotischen Lack, bzw. bei einem fortgeschrittenen Stadium zusätzlich mit Tabletten bekämpft werden.

Teebaumöl ist nicht als Arzneimittel zugelassen und wird daher auch nicht auf eventuelle Nebenwirkungen und Risiken überprüft. Aus dermatologischer Sicht ist aber Vorsicht gegenüber dem ätherischen Öl angebracht: unverdünnt oder hochkonzentriert hat es eine allergene Wirkung und kann Kontaktekzeme auslösen. Allergien können sogar durch stark verdünnte Lösungen ausgelöst werden. Das Allergierisiko ist besonders hoch, wenn das Produkt nicht lichtgeschützt gelagert wurde oder schlicht zu alt ist. Die Terpene degenerieren durch den Kontakt mit Sauerstoffradikalen.2 Sprechen Sie am besten mit ihrem Dermatologen inwiefern ein Fußbad mit Teebaumöl ggf. zusätzlich zur medizinischen Behandlung sinnvoll sein kann.

Essig gegen Nagelpilz?

Neben Teebaumöl wird auch gerne Essig als Hausmittel zur Behandlung von Nagel- und Fußpilz verwendet. Ob das eine gute Alternative zu medizinischen Produkten ist, erfahren Sie hier:


1 Sebastian Jäger et al., Pharmakologie ausgewählter Terpene. Pharmazeutische Zeitung 22/2006.
2 Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Verwendung von unverdünntem Teebaumöl als kosmetisches Mittel. Online verfügbar unter: http://www.bfr.bund.de/cm/343/verwendung_von unverduenntem_teebaumoel_als_kosmetisches_mittel.pdf; Zuletzt abgerufen: August 2021.

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